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Aktuelle Analyse: Creditreform Wirtschaftsindikator 4/2010
Creditreform Wirtschaftsindikator 4/2010
Analyse des 3. Quartals / Konjunkturausblick
Mit breiten Schultern zurück zum Vorkrisen-Niveau - Aufschwung hält über den Jahreswechsel an
Neuss, 12.11.2010
Die deutsche Wirtschaft steht weiter unter Dampf. Das signalisiert der Creditreform Wirtschaftsindikator, der sich von +11,1 auf +12,1 Punkte verbessert.
Der Aufschwung wird mittlerweile von breiteren Schultern getragen: So liefert der private Konsum durch steigende Beschäftigung und stabile Einkommen seinen Beitrag zum Wachstum. Einzelhandel und Dienstleistungsgewerbe profitieren davon. Nach sechs Monaten Wirtschaftsaufschwung sinken auch die Insolvenzrisiken. Die konjunkturell starke Phase dürfte somit über den Jahreswechsel hinaus andauern.


Gute Geschäftsaussichten und weniger Risiken
Für die Unternehmen ist der Aufschwung noch nicht zu Ende, sie bleiben optimistisch. Der Saldo der Geschäftserwartungen liegt mit +28,2 Punkten nochmals über dem Vorquartalswert (+26,2 Punkte). Auch die Komponente Geschäftslage erreicht mit +30,7 Punkten einen höheren Stand als im Vorquartal (+28,5 Punkte). Das Vertrauen der Unternehmen in eine längere Aufschwungphase wird durch die anziehende Investitionstätigkeit verdeutlicht: Der Anteil der Firmen, die ein Investitionsvorhaben planen, liegt mit gut 47 Prozent über dem langjährigen Mittel (45 Prozent).
Durch die Konjunkturerholung sinken die Insolvenzrisiken: Auf 10.000 wirtschaftsaktive Unternehmen kommen derzeit 225 Firmen (Vorquartal: 231), die mindestens ein Negativmerkmal aufweisen, wie etwa erhebliche Zahlungsverzögerungen oder einen Insolvenzantrag. Die Insolvenzanfälligkeit wird mittels des Creditreform Risiko Indikators (CRI) gemessen. Offene Rechnungen wurden im zurückliegenden Quartal mit einer Verzögerung von durchschnittlich 12,08 Tagen beglichen (Vorquartal: 12,46 Tage). Der durchschnittliche Bonitätsindex blieb unverändert bei 262.

Aufschwung erreicht den Binnenmarkt
Kräftig verbessert hat sich der Branchenindex im 3. Quartal 2010 in den binnenmarktabhängigen Dienstleistungsbereichen sowie im Einzelhandel. Chemie und Metall/Elektro profitieren weiter von der hohen Wettbewerbskraft deutscher Unternehmen auf dem Weltmarkt. Hier legen die Branchenindikatoren ebenfalls deutlich zu. Die Transport- und Logistikbranche fährt mit Vollgas aus der Krise – der Branchenindikator erreicht den höchsten Stand seit Mitte 2008.
Methodik
Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Wirtschaftsdatenbank von Creditreform und verknüpft diese mit empirischen Befunden aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches Wachstum, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase. Die vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit werden zu einem Index verdichtet.
Der vollständige Quartalsbericht kann unter "Downloads" kostenlos als pdf heruntergeladen werden. Die nächste Ausgabe erscheint Februar 2011.
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